Herzlich willkommen auf unseren Gemeindeseiten!
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an
Gott und glaubt an mich. (Johannes 14,1)
Sind Sie schon einmal im
Stockdunklen in einer Ihnen
unbekannten Gegend gegangen? Sie können sich nicht
orientieren. Ob Sie die Augen
auf oder zu haben, macht
keinen Unterschied. Ich
erinnere mich an einen Besuch eines afrikanischen Dorfes in einer Neumondnacht. Keine Straßenlaterne, keine Taschenlampe und das Schlimmste: keine
Ahnung, wohin ich trete. Oder ich denke an den Besuch eines
Restaurants, in dem Blindheit simuliert wird. Es ist stockdunkel
und die Bedienung ist entweder sehbehindert und insofern durch
Erfahrung im Vorteil oder aber sie haben sich einfach an die
Situation gewöhnt.
In beiden Situationen fühlte ich mich, wie soll es anders sein,
unsicher. Und in beiden Situationen war für mich eins nötig.
Menschen, an denen ich mich festhalten konnte. Jemand, den
ich am Hemd oder Arm greifen konnte, der mich leitete. Ein Ortskundiger, wenn es gut geht. Ich hatte solche Leute.
Wo auch immer wir uns im kommenden Jahr bewegen werden
- Jesus Christus sagt zu uns: „Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt
an Gott und glaubt an mich.“ Jesus wusste, dass unsere Herzen
manchmal erschrocken sind. Und dazu haben sie auch allen
Grund. Denn diese Welt war und wird immer voller Bedrohung
und verwirrender Unverständlichkeit sein. Sie ist dunkel. Sie
ist gefährlich. Das Leben ist lebensgefährlich, von Anfang an.
Drohende Epidemien. Eine Krankheit, die mich aus dem Leben
reißt. Dass ich mit dem Tempo nicht mehr mitkomme. Dass ich
alleine alt werde und vereinsame. Kollaps des weltwirtschaftlichen Systems mit sozialen Unruhen. Verlust des demokratischen
und menschenwürdigen Rechtssystems. Verlust meiner Ehe,
Kinder, Eltern, Freunde. Okay – ich höre auf mit dieser Liste von
Grausamkeiten. Jesus selber hatte den Satz gesagt, kurz bevor
er durch Verrat den militärischen Machthabern ausgeliefert und
nach einer lügenhaften und verqueren Verhandlung an einem
Kreuz vor den Stadtmauern Jerusalems sein Leben aushauchen
würde. Das Ereignis erschütterte die Menschheitsgeschichte, so
dass sogar der Himmel schwarz trug.
Jesus sagt in Vorbereitung eben dieses Ereignisses: „Euer
Herz erschrecke nicht.“ Sein Wort ist Diagnose – und Therapie
zugleich. Es ist Aufforderung zur Gesundung - und es ist das
Medikament. Wenn Jesus das sagt, will ich es mir sagen lassen.
Und wenn ich es mir sagen lasse, wirkt es auch schon. Denn
er ist schließlich der lebendige Sohn Gottes, gekommen zu den
Mühseligen und Beladenen, den Schreckhaften und Verzagten.
Ich will vertrauen, dass er die Kontrolle behält, auch wenn ich
manches nicht verstehe. Ich geh durchs Dunkle und hefte mich
an ihn. Vertrauen heißt: Sich an Jesus festhalten. Ich geh auf
Tuchfühlung und bin ganz sicher: Er kennt sich aus in dem mir
fremden Terrain.
Stärke finden im Vertrauen auf Jesus. Sich an ihm festhalten, der
stark ist, gerade wenn ich schwach bin. Rettung finden in ihm.
Halt finden in ihm. Darum geht es. Was im Jahr 2010 kommen
wird, weiß keiner von uns so genau. Manchmal sagen wir, das
sei auch gut so. Manchmal wüssten wir jedoch zu gerne, welche
nächsten Schritte wir zu gehen haben. Ich empfehle keine Zukunftswahrsagerei. Ich empfehle, sich an dem festzuhalten, der
stark ist: Jesus.
Der griechische Held Theseus hatte erfolgreich einen roten
Faden gelegt, als er in einem tödlichen Labyrinth zuerst hinein,
dann wieder hinausfinden wollte. Daran orientierte er sich.
Manchmal vermissen wir einen „roten Faden“ in unserem
Leben. Wir verlieren uns und erkennen den Sinn nicht. Wir sollen
wissen: Gott hat einen roten, ja einen goldenen Faden für unser
Leben. Und er ist gewebt aus seiner Liebe zu uns, es ist seine
Einladung: „Euer Herz erschrecke nicht – glaubt an Gott und
glaubt an mich.“
Ansgar Hörsting ist Präses des Bundes Freier evangelischer
Gemeinden
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